Facts & Figures
Ein paar Zahlen rund um Gemeindepolitik.
Gemeindepolitik
-
Das Durchschnittsalter von Gemeinderät:innen liegt bei 54 Jahren.
-
2017 lag es noch bei 52 Jahren. Das Durchschnittsalter der Gemeinderät:innen wird immer höher.
-
Der Frauenanteil in den Gemeinderäten liegt bei 25 %. Dieser ist seit 2017 sogar um ein Prozent gesunken.
-
-
49 % aller Gemeinden haben Mühe, geeignete Kandidat:innen für ihre Ämter zu finden.
-
Fast die Hälfte (48 %) aller Gemeinderät:innen sind parteilos. Die andere Hälfte setzt sich wie folgt zusammen:
-
16 % FDP
-
12 % Mitte
-
9 % SVP
-
7 % SP
-
8 % Weitere (Grüne, GLP, Klein- und Lokalparteien)
-
[Quelle]
Zeitaufwand pro Woche
-
Gemeinderät:innen: 9.9 Stunden
-
Das Arbeitspensum im Gemeinderat liegt durchschnittlich bei etwa 24 %, also etwas mehr als ein Arbeitstag pro Woche. [Quelle]
-
-
Gemeindeversammlung: 4.6 Minuten
-
Bei zwei Gemeindeversammlungen pro Jahr à zwei Stunden
-
-
Gemeindeparlament: 27.6 Minuten
-
Bei einer Sitzung pro Monat à zwei Stunden
-
-
Kommissionsarbeit: 9.2 Minuten
-
Bei vier Sitzungen pro Jahr à zwei Stunden
-
Disclaimer: Der Zeitaufwand kann sich je nach Gemeinde, Art des Amts und Aufgabenbereiche stark unterscheiden. Die obenstehenden Zahlen sind Durchschnittswerte und eigene Hochrechnungen.
Entschädigung Exekutivämter
-
Ein:e Gemeindepräsident:in verdient im Schnitt CHF 32’400 pro Jahr. [Quelle]
-
Ein Gemeinderatsmitglied verdient im Schnitt CHF 14’000 pro Jahr. [Quelle]
Disclaimer: Die Entschädigung kann sich je nach Gemeinde, Art des Amts und Aufgabenbereiche unterscheiden. Die obenstehenden Zahlen sind Durchschnittswerte.
Facts junge Gemeinderät:innen
-
Der Anteil der unter 45-jährigen in den Gemeinderäten lag 2024 bei 18 %. 2017 waren es noch 21 %, 2008 sogar bei 24 %. Die jüngere Generation ist zunehmend stark untervertreten. [Quelle]
-
Bei den unter 35-jährigen liegt der Anteil in den Gemeinderäten bei rund 6 %. Das heisst, etwa 760 von insgesamt ca. 13’000 Gemeinderät:innen in der Schweiz sind unter 35 Jahren alt. [Quelle]
-
40 % der Jugendlichen können sich vorstellen, sich politisch zu beteiligen und 7 % für ein politisches Amt zu kandidieren. [Quelle]

Deep Dive
Die Aufgaben für Gemeinden werden immer komplexer und gleichzeitig hapert es bei der Nachwuchssuche. Gerade für kleine Gemeinden mit einer tiefen Einwohner:innenzahl wird das zunehmend zur Herausforderung. Daher schliessen sich immer mehr Gemeinden zusammen.
Gemeindezusammenschlüsse haben folgende Vorteile:
-
Grössere Gemeinden haben mehr Ressourcen, um professionelle Strukturen aufzubauen.
-
Grössere Gemeinden haben regional und kantonal mehr Gewicht und können sich mehr Gehör verschaffen.
-
Gemeindefusionen führen zu einer finanziellen Entlastung. Die Kosten für Infrastruktur (z.B. ein neues Schulhaus) können einfacher gestemmt werden, unter anderem weil mehr Steuereinnahmen zusammenkommen. Da die Kantone davon profitieren, wenn die Gemeinden ihre Aufgaben alleine bewältigen können, fördern gewisse Kantone Gemeindezusammenschlüsse finanziell.
-
Gerade in Kleinstgemeinden ist es zunehmend schwierig, Personal für die politischen Ämter zu finden. Durch Gemeindezusammenschlüsse gibt es mehr potentielle Kandidierende.
Die Nachteile sind hingegen:
-
Die Bürger:innennähe nimmt ab: Wege zur Verwaltung werden länger und Ansprechpersonen sind weniger direkt erreichbar.
-
Das Gefühl der Mitbestimmung kann sinken, da Einwohner:innen einer ehemals eigenständigen Gemeinde nun nur noch einen kleinen Teil der neuen, grösseren Gemeinde ausmachen.
-
In kleineren Gemeinden wird die direkte Demokratie oft stärker gelebt und die Teilnahme an Gemeindeversammlungen ist höher.
-
Grössere Orte innerhalb einer Gemeinde können bei einer Fusion politisch und finanziell dominieren.
-
Traditionen und das Vereinsleben sind meist tief in einer Gemeinde verankert. Eine Fusion kann diese verändern oder schwächen.
-
Fusionen können anfangs zu höheren Kosten und Mehraufwand führen, bis sich die Verwaltung, internen Abläufe und Reglemente eingependelt haben.
-
